Kratzer, Stiche, Zipperlein oder mehr?
Der Mai lockt nach draußen: Wanderschuhe schnüren, Beete umgraben, Fahrradtour starten. Herrlich! Doch wo frische Luft und Tatendrang warten, lauern auch Risiken. Gut, wenn du weißt, was im Ernstfall zählt. Zunächst die Basics, die in jeden Rucksack gehören und bei...
Der Mai lockt nach draußen: Wanderschuhe schnüren, Beete umgraben, Fahrradtour starten. Herrlich! Doch wo frische Luft und Tatendrang warten, lauern auch Risiken. Gut, wenn du weißt, was im Ernstfall zählt.
Zunächst die Basics, die in jeden Rucksack gehören und bei der Gartenarbeit in erreichbarer Nähe bereitliegen sollten: sterile Kompressen und Pflaster, eine elastische Binde, Wunddesinfektion, Blasenpflaster, eine Zeckenkarte oder -pinzette, eine Kühlkompresse sowie Einmalhandschuhe. Damit bist du für die häufigsten Zwischenfälle gerüstet. Bevor es dann aber richtig losgeht, prüfe noch deinen Tetanusschutz. Eine Auffrischung steht in der Regel alle zehn Jahre an.
Immer sauber bleiben!
Ein Moment der Unachtsamkeit – schon blutet es. Spüle kleine Verletzungen gründlich mit sauberem Wasser aus. Übe anschließend direkten Druck aus, bis die Blutung stoppt, und decke die Stelle steril ab. Wirkt die Wunde tief oder klafft sie auseinander, lege einen Druckverband an. Lässt sich eine starke Blutung nicht kontrollieren, wähle sofort den Notruf 112.
Achte in den Tagen nach einer Verletzung auf Warnzeichen. Zunehmende Rötung, Wärme, Schwellung, Eiter, Fieber oder rote Streifen auf der Haut. Solche Anzeichen deuten auf eine Infektion hin – dann braucht die Verletzung ärztliche Aufmerksamkeit.
Lieber schützen als öffnen
Neue Wanderschuhe? Langer Spaziergang? Reibung im Schuh solltest du möglichst verhindern. Entsteht dennoch eine Blase, gilt: Ist sie noch geschlossen, lass sie besser in Ruhe. Ist die Haut bereits offen, behandle die Stelle wie eine kleine Wunde und halte sie möglichst sauber. Zeigt sich eine Entzündung, gehört dein Fuß in ärztliche Hände.
PECH für die Gelenke
Ein falscher Tritt auf dem Waldweg und der Knöchel schwillt an. Jetzt hilft die PECH-Regel: Pause, Eis, Compression – also Druckverband – und Hochlagern. Diese Maßnahmen können Schmerzen lindern und die Schwellung reduzieren. Lege Kälte nie direkt auf die Haut und wickle die elastische Binde nicht zu straff.
Steht das Gelenk schief, fühlt es sich instabil an oder kannst du nicht auftreten, solltest du das ärztlich abklären lassen. Bei sichtbarer Fehlstellung, extrem starken Schmerzen oder taubem Kribbeln zählt Tempo – im Zweifel lieber einmal mehr untersuchen lassen.
Harmlos oder heikel?
Bienen- oder Wespenstiche brennen, bleiben aber meist auf die Einstichstelle begrenzt. Kühle die Hautpartie. Bei einem Bienenstich entfernst du den Stachel vorsichtig, ohne ihn zu quetschen.
Anders sieht es aus, wenn Atemnot, Schwindel, Kreislaufprobleme oder juckende Quaddeln am ganzen Körper auftreten. Auch ein Stich im Mund- oder Rachenraum kann gefährlich werden, weil die Schleimhaut anschwillt. In solchen Fällen gilt: Sofort 112 wählen! Bei bekannter Allergie setzt du das verordnete Notfallset nach Plan ein.
Zecken hautnah
Nach Gartenarbeit oder Wanderung lohnt sich ein gründlicher Körpercheck – besonders in Kniekehlen, Leisten, Achseln und am Haaransatz. Entdeckst du eine Zecke, greife sie mit Pinzette oder Zeckenkarte möglichst nah an der Haut und ziehe sie gerade heraus. Nicht quetschen, nicht drehen, keine Experimente mit Öl, Klebstoff oder Hitze.
Beobachte die Einstichstelle in den folgenden Wochen. Bildet sich eine ringförmige, sich ausbreitende Rötung – die sogenannte Wanderröte – oder kommen Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen hinzu, suche ärztlichen Rat.
Nicht immer harmlos
Manche Pflanzen reizen die Haut, andere reagieren in Kombination mit Sonne besonders heftig. Gelangt Pflanzensaft auf deine Haut, wasche die Stelle rasch mit Wasser und Seife ab. Ziehe verschmutzte Kleidung aus, decke die betroffene Region ab und meide direkte Sonneneinstrahlung. Entwickeln sich Blasen oder großflächige Hautreaktionen, sollte ein Arzt draufschauen.
Und wenn etwas Unbekanntes im Mund landet – etwa Pflanzenteile, Dünger oder Schneckenkorn –, kontaktiere ein Giftinformationszentrum. Bei Atemnot, Krampfanfällen oder Bewusstseinsstörungen alarmierst du sofort den Notruf.
Wann du sofort handeln musst
• Nicht stillbare starke Blutung
• Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion (Atemnot, Schwindel, Kreislaufprobleme, Bewusstseinsstörung, Quaddeln am Körper)
• Stich im Mund-Rachen-Raum mit Schwellung
• Verdacht auf Bruch oder deutliche Fehlstellung
• Verwirrtheit oder neurologische Ausfälle.
Alles andere? Meist reichen ein kühler Kopf, saubere Hände und ein griffbereites Notfall-Set. Dann bleibt der Mai das, was er sein soll: ein Monat voller Blüten, Bewegung und kleiner Abenteuer mit Happy End.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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